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Angelika Schröder,
Geschäftsrführung Feuerbestattung Hennigsdorf |
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„Wir lassen hier in unserem Krematorium eine ordentliche Bestattungskultur wieder aufleben. Wir haben viel von unseren ausländischen Mitbürgern gelernt, die zum Teil sehr schöne Bestattungsrituale, wie beispielsweise die Trauerfeier am offenen Sarg haben. Indische Mitbürger kommen mit der ganzen großen Familie, eingeflogen aus aller Welt, vom Kleinkind bis zum Greis. Die Trauerfarbe bei den Indern ist weiß. Der älteste Sohn zündet nach der Trauerfeier das Feuer an. Bei uns drückt er im übertragenen Sinne auf den Knopf, der den Sarg in den Ofen fährt. Das ist so ergreifend, dass ich manchmal eine Gänsehaut bekomme.
Hierher kommen nicht nur die Menschen aus dem Umland sondern bis aus Berlin. Deshalb sind hier viele Nationalitäten vertreten. Neulich wurde ein Mann aus Trinidad Tobago von seinen drei Frauen begleitet. Die haben ihn nicht betrauert sondern haben sich am Sarg gegenseitig Anekdoten und Erlebnisse aus ihrem Leben mit ihm erzählt und viel gelacht. Der Tod ist also nicht überall ernst und traurig. Unsere Kunden kommen auf Empfehlung. Wer hier einmal eine Bestattung mitgemacht hat, ist so angetan, dass er das weitererzählt. Wir hören oft: ‚So schön haben wir uns das nicht vorgestellt.‘ |
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Natürlich ist dieser Beruf nicht jedermanns Sache. Man muss Tote anfassen, man bekommt Schicksale mit, die einen sehr berühren. Wenn eine 40-jährige Mutter ihre 19-jährige Tochter beerdigt, muss ich schon schlucken. Das ist hart. Die Angehörigen, die hierher kommen, befinden sich meistens in einer Phase tiefster Trauer und sind in einem Ausnahmezustand. Unser Anliegen ist, dass wir diesen Menschen zumindest ein gute Erinnerung an den letzten Weg bereiten. Ich persönlich habe, seit ich hier arbeite, weniger Angst zu sterben, weil ich jetzt weiß, dass es Menschen gibt, die einen ordentlichen Job machen.“
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